Grundlagen
Quellenangabe aufbauen: Bestandteile und Reihenfolge
Welche Elemente eine vollständige Quellenangabe enthält, in welcher Reihenfolge sie erscheinen und warum jedes Detail zählt.
Inhalt
Quellenangabe aufbauen: Bestandteile und Reihenfolge
Wer eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, kommt an korrekten Quellenangaben nicht vorbei. Sie sind das Rückgrat jedes Literaturverzeichnisses und machen fremde Gedanken für Leserinnen und Leser nachvollziehbar. Doch welche Bausteine gehören eigentlich dazu, und in welcher Reihenfolge stehen sie?
Der Autor: Ausgangspunkt jeder Angabe
Die meisten Zitierstile beginnen mit dem Autorennamen. Dabei weichen die Stile voneinander ab:
In APA steht der Nachname zuerst, gefolgt von einem Komma und dem abgekürzten Vornamen: Müller, K.
In MLA gilt dieselbe Reihenfolge für den Erstautor, zusätzliche Autoren werden jedoch in der normalen Reihenfolge Vorname Nachname angegeben.
In Chicago kann je nach Untervariante (Notes oder Author-Date) der vollständige Vorname ausgeschrieben werden.
Grundsätzlich gilt: Alle Autoren nennen, solange es drei oder weniger sind. Ab vier Autoren erlauben viele Stile die Abkürzung et al. für alle weiteren Namen.
Das Erscheinungsjahr: Zeitliche Einordnung
Das Jahr des Erscheinens steht in APA und Harvard direkt hinter dem Autorennamen in Klammern. In MLA und Chicago erscheint es weiter hinten, teils erst am Ende des Eintrags. Die genaue Position variiert, der Wert der Angabe bleibt derselbe: Sie zeigt, wie aktuell eine Quelle ist, und ermöglicht die Unterscheidung mehrerer Werke desselben Autors.
Ist das Erscheinungsjahr nicht ermittelbar, wird o.J. (ohne Jahr) eingesetzt. Bei Online-Quellen ohne Datum gilt das Zugriffsdatum als Hilfsgröße, ersetzt aber nicht das eigentliche Publikationsdatum.
Titel und Untertitel: Vollständigkeit zählt
Der Titel eines Werkes wird stets vollständig angegeben. Untertitel folgen nach einem Doppelpunkt und beginnen mit einem Großbuchstaben. Bei deutschen Titeln schreibt man nur Substantive groß; bei englischen Titeln richtet sich die Großschreibung nach dem Stil.
Kursivschrift oder Anführungszeichen zeigen die Art der Quelle an: Bücher und Zeitschriften erscheinen kursiv, einzelne Artikel oder Kapitel stehen in Anführungszeichen.
Quellenart und weitere Angaben
Je nach Art der Quelle kommen weitere Pflichtangaben hinzu:
Monografien erfordern Verlag und oft Erscheinungsort. Bei mehreren Auflagen muss die Auflagenangabe mit, damit Leser dieselbe Version finden.
Zeitschriftenartikel benötigen den Zeitschriftentitel (kursiv), den Jahrgang, die Heftnummer und die genauen Seitenzahlen. Ein DOI (Digital Object Identifier) ergänzt die Angabe und macht den Artikel dauerhaft auffindbar.
Webseiten erfordern die vollständige URL sowie das Datum des letzten Zugriffs, da Inhalte im Netz sich ändern oder verschwinden können.
Buchkapitel in Sammelbänden nennen zusätzlich den Herausgeber des Bandes sowie den Titel des Gesamtwerkes, Verlag und Seitenzahlen des Kapitels.
Die Reihenfolge im Überblick
Eine typische APA-Angabe für ein Buch sieht so aus:
Nachname, V. (Jahr). Titel des Werkes: Untertitel (Auflage, falls nicht erste). Verlag.
Für einen Zeitschriftenartikel:
Nachname, V. (Jahr). Titel des Artikels. Zeitschriftentitel, Jahrgang(Heft), Seite-Seite. https://doi.org/xxxxx
Diese Struktur folgt einer Logik: von der Person zum Zeitpunkt, vom Werk zur Fundstelle.
Zeichensetzung: Punkt, Komma, Klammer
Viele Fehler entstehen nicht bei den Inhalten, sondern bei der Interpunktion. In APA steht nach jedem Hauptelement ein Punkt. Klammern umschließen das Jahr. Kein Komma zwischen Zeitschriftentitel und Jahrgang.
In MLA hingegen werden viele Elemente durch Kommas getrennt, und am Ende steht ein Punkt hinter der URL oder dem Zugriffsdatum.
Wer sich diese Feinheiten nicht auswendig merken möchte, kann den Generator nutzen: Eingaben nach Quellenart und Stil führen direkt zur korrekt formatierten Ausgabe, ohne selbst in Stilhandbücher schauen zu müssen.
Sonderfälle sauber lösen
Kein Autor: Der Titel rückt an die erste Stelle. Bei Zeitungsartikeln ohne Byline übernimmt oft der Name der Redaktion.
Körperschaft als Autor: Institutionen, Ministerien oder Verbände stehen als Autor in voller Schreibweise. APA erlaubt bei bekannten Kürzeln die Abkürzung in eckigen Klammern.
Mehrere Erscheinungsorte: Wird nur der erste Ort genannt, alternativ lässt sich der Hauptverlagsort auswählen.
Übersetzungen: Originalautor und Originalerscheinungsjahr in Klammern hinter dem Titel, gefolgt von Übersetzer und Erscheinungsjahr der verwendeten Ausgabe.
Konsistenz schlägt alles
Die größte Gefahr beim Aufbau von Quellenangaben ist die Inkonsistenz. Wechseln Zeichensetzung, Reihenfolge oder Schreibweise innerhalb eines Verzeichnisses, wirkt die Arbeit unstrukturiert. Gutachter nehmen solche Mängel wahr, auch wenn sie keine bewusste Prüfung vornehmen.
Deshalb empfiehlt es sich, von Beginn an einen einzigen Zitierstil festzulegen und alle Quellenangaben nach demselben Muster aufzubauen. Wer konsequent vorgeht und jeden Eintrag beim Schreiben sofort ins Verzeichnis aufnimmt, vermeidet die Last der Nacharbeit kurz vor der Abgabe.
Häufige Fragen
Welche Angaben sind in jeder Quellenangabe Pflicht?
Autorenname, Erscheinungsjahr und Titel gelten in allen gängigen Zitierstilen als unverzichtbar. Alle weiteren Angaben wie Verlag, Ort oder DOI hängen vom gewählten Stil und der Quellenart ab.
Was passiert, wenn eine Pflichtangabe fehlt?
Fehlende Angaben werden durch Kürzel wie o.J. (ohne Jahr), o.O. (ohne Ort) oder o.V. (ohne Verfasser) ersetzt. In digitalen Quellen tritt die URL mit Zugriffsdatum an die Stelle fehlender Standardangaben.
Quellen
- American Psychological Association (2020): Publication Manual of the American Psychological Association, 7th edition, APA.
- Theisen, Manuel René (2021): Wissenschaftliches Arbeiten, 17. Auflage, Vahlen.
Über die Autorenschaft
Mateusz Viola
Betreiber und redaktionelle Verantwortung literaturverzeichnis-generator.de
Themengebiet: Mathematik, Kalenderrechnung, Schaltjahre, Statistik und ISO 8601
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