Grundlagen

Literaturverzeichnis erstellen: Grundlagen und Aufbau

Wie man ein korrektes Literaturverzeichnis anlegt, welche Angaben zwingend nötig sind und wie man häufige Fehler von Anfang an vermeidet.

Lesezeit 6 Min. Aktualisiert 20.05.2026 2 Quellen Mateusz Viola Mateusz Viola
Inhalt

Literaturverzeichnis erstellen: Grundlagen und Aufbau

Jede wissenschaftliche Arbeit endet mit einem Literaturverzeichnis. Ob Hausarbeit, Bachelorarbeit oder Dissertation: Wer seine Quellen nicht sauber listet, riskiert Punktabzug oder im schlimmsten Fall den Vorwurf des Plagiats. Dabei ist der Aufbau eines korrekten Literaturverzeichnisses kein Hexenwerk, wenn man die grundlegenden Regeln kennt.

Was ist ein Literaturverzeichnis?

Das Literaturverzeichnis ist eine geordnete Liste aller Quellen, die in einer Arbeit zitiert oder paraphrasiert wurden. Es steht am Ende des Dokuments, nach dem Fließtext und vor einem eventuellen Anhang. Der Zweck ist einfach: Leserinnen und Leser sollen alle zitierten Werke schnell finden und überprüfen können.

Zu unterscheiden ist das Literaturverzeichnis von einer Bibliografie. Eine Bibliografie kann auch Werke enthalten, die nur zur Hintergrundlektüre dienten, ohne dass direkt daraus zitiert wurde. In den meisten Studiengängen wird ein reines Literaturverzeichnis verlangt, also ausschließlich die tatsächlich benutzten Quellen.

Welche Angaben braucht jeder Eintrag?

Der genaue Umfang eines Eintrags hängt vom gewählten Zitierstil ab, doch bestimmte Grundangaben sind in allen Systemen Pflicht:

Für Bücher:

  • Nachname und Vorname (oder Initialen) des Autors bzw. der Autorin
  • Erscheinungsjahr
  • Vollständiger Titel des Werkes, ggf. Untertitel
  • Auflage (wenn nicht die erste)
  • Verlag
  • Erscheinungsort (je nach Stil optional)

Für Zeitschriftenartikel:

  • Autor und Erscheinungsjahr
  • Titel des Artikels
  • Name der Zeitschrift
  • Jahrgang (Volume) und Heft (Issue)
  • Seitenangabe

Für Internetquellen:

  • Autor oder Organisation
  • Erscheinungs- oder letztes Änderungsdatum
  • Vollständiger Titel der Seite oder des Artikels
  • URL
  • Zugriffsdatum

Häufige Fehler beim Aufbau

Unvollständige Angaben: Fehlt das Erscheinungsjahr oder der Verlag, ist der Eintrag für Außenstehende wertlos. Jede fehlende Angabe muss nachrecherchiert oder kenntlich gemacht werden.

Inkonsistenter Stil: Ein häufiges Problem ist, dass Einträge innerhalb desselben Verzeichnisses unterschiedliche Formate aufweisen. Mal steht das Jahr hinter dem Autorennamen, mal am Ende. Das passiert, wenn Quellen aus verschiedenen Quellen kopiert und nicht vereinheitlicht werden.

Quellen im Text, die im Verzeichnis fehlen: Jeder Verweis im Fließtext muss im Literaturverzeichnis auftauchen und umgekehrt. Eine einfache Methode ist es, das Verzeichnis parallel zum Schreiben aufzubauen.

Groß- und Kleinschreibung bei Titeln: Deutsche Titel folgen der normalen Großschreibungsregel (nur Substantive und der erste Buchstabe groß). Englischsprachige Titel haben je nach Stil entweder Titelschreibung (alle wichtigen Wörter groß) oder Satzschreibung (nur erstes Wort groß).

Sortierung und Formatierung

Die übliche Sortierung ist alphabetisch nach dem Nachnamen des Erstautors. Bei mehreren Werken desselben Autors gilt zusätzlich die chronologische Reihenfolge. Bei gleichem Autor und gleichem Jahr wird ein Buchstabe angehängt: (Müller, 2023a) und (Müller, 2023b).

Zur Formatierung: Einträge werden in der Regel mit einem hängenden Einzug (Hanging Indent) versehen. Das bedeutet, die erste Zeile jedes Eintrags beginnt am linken Rand, alle Folgezeilen sind eingerückt. Das erleichtert das Auffinden einzelner Einträge erheblich.

Automatisierung statt Fehlerquelle Mensch

Wer mehrere Dutzend Quellen verwaltet, kommt an einem Werkzeug kaum vorbei. Der Generator auf literaturverzeichnis-generator.de nimmt die Eingaben entgegen und formatiert jeden Eintrag exakt nach dem gewählten Stil, sei es APA, MLA, Harvard oder Chicago. So entfällt das mühsame Prüfen, ob ein Punkt oder ein Komma an die richtige Stelle gesetzt wurde.

Prinzipien, die immer gelten

Unabhängig vom Zitierstil und vom Fachbereich gelten drei Grundsätze:

Erstens: Vollständigkeit. Jede Quelle muss so vollständig beschrieben sein, dass eine andere Person sie ohne Umwege auffinden kann.

Zweitens: Einheitlichkeit. Innerhalb einer Arbeit wird immer ein und derselbe Stil konsequent durchgehalten.

Drittens: Nachvollziehbarkeit. Auch ungewöhnliche Quellen wie unveröffentlichte Manuskripte, mündliche Mitteilungen oder Archivmaterial werden so genau wie möglich beschrieben.

Wer diese drei Prinzipien beherzigt und seinen Quellenapparat von Beginn an sauber pflegt, spart am Ende viel Zeit und vermeidet die typischen Fehler, die Gutachter sofort ins Auge stechen.

Häufige Fragen

Muss das Literaturverzeichnis alphabetisch sortiert sein?

In den meisten Zitierstilen (APA, Harvard, MLA) wird nach dem Nachnamen des Erstautors alphabetisch sortiert. Chicago erlaubt wahlweise die Nummerierung in der Reihenfolge des Erscheinens im Text.

Was gehört ins Literaturverzeichnis, was nicht?

Nur Quellen, die tatsächlich im Text zitiert oder paraphrasiert wurden. Bücher, die nur zur Vorbereitung gelesen wurden, aber nirgends auftauchen, haben im Literaturverzeichnis nichts verloren.

Wie gehe ich mit Quellen ohne Autor um?

Steht kein Autor fest, wird der Titel an die Stelle des Autorennamens gesetzt. Webseiten ohne Autornennung werden meist unter dem Organisationsnamen oder dem Seitentitel geführt.

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Psychologie (2019): Richtlinien zur Manuskriptgestaltung, 5. Auflage, Hogrefe.
  • Eco, Umberto (2010): Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt, UTB.
Mateusz Viola

Über die Autorenschaft

Mateusz Viola

Betreiber und redaktionelle Verantwortung literaturverzeichnis-generator.de

Themengebiet: Mathematik, Kalenderrechnung, Schaltjahre, Statistik und ISO 8601

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