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Literaturverzeichnis sortieren: alphabetisch und nach Stilregeln

Wie das Literaturverzeichnis korrekt alphabetisch sortiert wird, welche Sonderfälle es gibt und wie unterschiedliche Zitierstile die Reihenfolge vorgeben.

Lesezeit 6 Min. Aktualisiert 28.05.2026 2 Quellen Jan-Tristan Rudat Jan-Tristan Rudat
Inhalt

Literaturverzeichnis sortieren: alphabetisch und nach Stilregeln

Das Literaturverzeichnis ist keine beliebig geordnete Liste. Es folgt klaren Sortierregeln, die je nach Zitierstil leicht variieren, in der Grundstruktur aber übereinstimmen. Wer diese Regeln kennt, vermeidet einen der häufigsten formalen Fehler in Abschlussarbeiten.

Der Grundsatz: alphabetisch nach Autorenname

In APA, Harvard, MLA und den meisten anderen gängigen Stilen gilt die alphabetische Sortierung nach dem Nachnamen des Erstautors. Werke von Anders, K. stehen vor Werken von Bauer, L., und beide stehen vor Werken von Zimmermann, T.

Entscheidend ist ausschließlich der Nachname. Der Vorname oder die Initiale spielt für die Sortierung keine Rolle; er dient nur zur Unterscheidung gleichnamiger Personen.

Mehrere Werke desselben Autors

Gibt es mehrere Einträge desselben Autors, gelten zwei weitere Regeln:

Erstens chronologisch sortieren: Das ältere Werk kommt vor dem jüngeren. Bei Müller (2019), Müller (2021) und Müller (2023) ist die Reihenfolge durch das Jahr bestimmt.

Zweitens bei gleichem Jahr alphabetisch nach dem Titel sortieren und den Suffix a, b, c vergeben. Zwei Bücher von Müller aus dem Jahr 2022 werden zu Müller (2022a) und Müller (2022b), wobei das alphabetisch früheren Titel das Suffix a erhält.

Einwerke von Müller allein stehen vor Werken von Müller als Mitautor, falls beide vorkommen. Die Reihenfolge ist also: Müller (Alleinautor) vor Müller & Bauer.

Umlaute und Sonderzeichen

Für Deutschsprachige ist die Sortierung von Umlauten eine häufige Frage. Nach DIN 5007 gibt es zwei Varianten:

Variante 1 (Wörterbuchregel): Ä wird wie Ae, Ö wie Oe und Ü wie Ue behandelt. Müller stünde also zwischen Muebeck und Mueser.

Variante 2 (Telefonbuchregel): Ä, Ö und Ü folgen direkt auf A, O und U. Müller käme direkt nach Muller.

In wissenschaftlichen Literaturverzeichnissen ist Variante 1 verbreitet, viele Literaturverwaltungsprogramme und auch der Generator wenden diese Regel standardmäßig an. Entscheidend ist, dass die gesamte Liste konsequent nach derselben Variante sortiert wird.

Titelwörter am Anfang: Artikel ignorieren

Wenn ein Eintrag keinen Autor hat und deshalb unter dem Titel einsortiert wird, ignoriert man führende Artikel. Das gilt für bestimmte und unbestimmte Artikel aller gängigen Sprachen:

  • Deutsch: der, die, das, ein, eine
  • Englisch: the, a, an
  • Französisch: le, la, les, un, une, des

Ein Buch mit dem Titel “The Structure of Scientific Revolutions” wird also unter S wie Structure einsortiert, nicht unter T wie The.

Körperschaften und Institutionen als Autor

Wenn eine Institution als Autor auftritt, wie das Statistische Bundesamt oder die World Health Organization, wird nach dem ersten Wort des Institutionsnamens sortiert. Artikel am Anfang werden wieder ignoriert.

Bei bekannten Abkürzungen wie WHO oder BMBF richtet sich die Sortierung nach der Abkürzung selbst. APA empfiehlt, die vollständige Schreibweise zu verwenden und die Abkürzung in eckigen Klammern zu ergänzen, damit die Sortierung eindeutig ist.

Nummerierte Stile: Erscheinungsreihenfolge statt Alphabet

Chicago im Notes-Stil und IEEE verwenden keine alphabetische Sortierung. Stattdessen werden Quellen in der Reihenfolge ihres ersten Erscheinens im Text nummeriert. Das Literaturverzeichnis trägt dann Nummern statt alphabetisch geordnete Nachnamen.

In diesem System spielt die alphabetische Reihenfolge keine Rolle. Wer zwischen Stilen wechselt, muss das im Blick behalten.

Gemischte Verzeichnisse und Sondersektionen

Manche Fächer verlangen ein aufgeteiltes Verzeichnis. Typische Abschnitte sind:

  • Primärquellen: Originalwerke, historische Dokumente, Archivmaterial
  • Sekundärquellen: Forschungsliteratur, Kommentare, Sekundärstudien
  • Gesetzestexte und Urteile (besonders in der Rechtswissenschaft)
  • Internetquellen als eigene Gruppe

Innerhalb jeder Sektion gilt dieselbe alphabetische Grundregel. Das Abteilen in Sektionen ist keine Frage des Zitierstils, sondern der Fachkonvention.

Praktische Kontrolle vor der Abgabe

Kurz vor der Abgabe lohnt ein gezielter Durchlauf durch das Literaturverzeichnis. Zu prüfen ist:

Steht jeder Eintrag wirklich an der richtigen alphabetischen Position? Haben alle Werke desselben Autors und Jahres den richtigen Suffix? Sind Quellen ohne Autorenname korrekt unter dem Titel einsortiert? Werden Umlaute einheitlich behandelt?

Literaturverwaltungsprogramme wie Zotero oder Citavi sortieren automatisch, machen aber bei Sonderzeichen oder fehlenden Autorfeldern gelegentlich Fehler. Ein manueller Abgleich lohnt sich. Der Generator übernimmt die korrekte Sortierung, sofern alle Einträge vollständig erfasst sind; ein abschließender Blick auf die fertige Liste bleibt dennoch empfehlenswert.

Häufige Fragen

Wie sortiere ich Quellen ohne Autorenname?

Quellen ohne Autorenname werden nach dem ersten Wort des Titels einsortiert, das kein unbestimmter oder bestimmter Artikel ist. Ein Werk mit dem Titel 'Die Zukunft der Arbeit' würde also unter Z einsortiert, nicht unter D.

Darf ich das Literaturverzeichnis nach Quellenart gliedern statt alphabetisch zu sortieren?

Das hängt vom Zitierstil und den Vorgaben des Fachs ab. APA und Harvard verlangen in der Regel eine einheitliche alphabetische Liste. In rechtswissenschaftlichen oder historischen Arbeiten ist die Gliederung nach Quellentypen wie Gesetze, Rechtsprechung und Literatur üblich. Im Zweifel gilt die Vorgabe des Betreuers oder der Prüfungsordnung.

Quellen

  • American Psychological Association (2020): Publication Manual of the American Psychological Association, 7th edition, APA.
  • Brauner, Detlef Jürgen / Vollmer, Hans-Ulrich (2019): Erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten, 4. Auflage, Springer Gabler.
Jan-Tristan Rudat

Über die Autorenschaft

Jan-Tristan Rudat

Redakteur literaturverzeichnis-generator.de

Themengebiet: Generationen, Kulturgeschichte, Sternzeichen, Pop-Phänomene rund ums Alter

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