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et al.: Die Regel für mehrere Autoren in APA, MLA und Chicago

Ab wann man 'et al.' schreibt, was der Begriff bedeutet, wie er in verschiedenen Zitierstilen gilt und welche Ausnahmen es gibt.

Lesezeit 5 Min. Aktualisiert 28.05.2026 2 Quellen Mateusz Viola Mateusz Viola
Inhalt

et al.: Die Regel für mehrere Autoren in APA, MLA und Chicago

Wenn ein wissenschaftliches Werk von drei, fünf oder zwanzig Personen verfasst wurde, wird das Kurzzitat im Text schnell unhandlich. Die Abkürzung “et al.” löst dieses Problem: Statt alle Autorennamen aufzulisten, nennt man nur den oder die ersten und ergänzt “et al.” für den Rest. Aber die genaue Grenze, ab der diese Abkürzung zulässig ist, und die Schreibweise variieren je nach Zitierstil.

Was bedeutet “et al.”?

“Et al.” ist Latein und steht für “et alii” (maskulin/gemischt) oder “et aliae” (feminin) beziehungsweise “et alia” (sächlich). Übersetzt bedeutet es schlicht “und andere”. Die Abkürzung bezieht sich immer auf das “alii” oder seine Varianten, nicht auf “et”. Deshalb steht der Punkt ausschließlich nach “al.”, nie nach “et”.

Regel in APA 7

Die siebte Auflage des APA-Manuals hat die Regeln gegenüber früheren Ausgaben vereinfacht. Seit APA 7 gilt:

Im Kurzzitat im Text wird ab drei Autoren immer “et al.” verwendet. Bei einem oder zwei Autoren werden immer alle Namen genannt.

Beispiele:

  • Ein Autor: (Müller, 2021)
  • Zwei Autoren: (Müller & Koch, 2021)
  • Drei oder mehr Autoren: (Müller et al., 2021)

Im Literaturverzeichnis dagegen werden alle Autoren bis einschließlich 20 vollständig aufgeführt. Erst ab 21 Autoren kommt “et al.” zum Einsatz, und zwar nach dem 19. Autor. Das sieht im Verzeichnis so aus: Die ersten 19 Autorennamen werden aufgelistet, dann folgen drei Punkte (”…”), und danach kommt der Name des letzten Autors.

Regel in MLA 9

MLA ist etwas großzügiger mit der Abkürzung. Im Kurzzitat genügt der Erstautor plus “et al.”, sobald ein Werk drei oder mehr Autoren hat.

Im Literaturverzeichnis (Works Cited) gilt: Bei einem Werk mit drei oder mehr Autoren wird nur der erste Autor (Nachname, Vorname) aufgeführt, gefolgt von “et al.” ohne weitere Namen.

Beispiel im Works-Cited-Eintrag:

Müller, Katharina, et al. Methoden der empirischen Sozialforschung. Springer, 2021.

Regel in Chicago

Der Chicago-Stil unterscheidet zwischen der Fußnotenform und der Bibliografie. In Fußnoten sind die Vorgaben ähnlich wie in MLA: Bei drei bis zehn Autoren werden alle Namen genannt, bei mehr als zehn wird nach dem ersten Autor “et al.” eingefügt. In der Bibliografie werden in der Regel alle Autoren bis zehn vollständig aufgeführt.

Die genauen Schwellenwerte können je nach Fachbereich und Vorgabe der betreuenden Person leicht abweichen. Die aktuelle 17. Auflage des Chicago Manual of Style ist die verbindliche Referenz.

Besondere Situationen

Gleiche Erstautoren, gleiches Jahr: Wenn im Text zwei Werke auftauchen, die nach der et-al.-Regel gleich aussehen würden (zum Beispiel beide “Müller et al., 2019”), muss man genug Namen ausschreiben, bis die Quellen unterscheidbar werden. In APA schreibt man dann etwa “(Müller, Koch et al., 2019)” und “(Müller, Braun et al., 2019)”.

Kein Autor, sondern eine Institution: Wenn ein Werk von einer Organisation, Behörde oder Körperschaft verfasst wurde, wird kein “et al.” verwendet. Stattdessen steht der Organisationsname. Bei sehr langen Namen kann beim ersten Vorkommen im Text der ausgeschriebene Name mit einem Kürzel in Klammern erscheinen: (Bundesministerium für Bildung und Forschung [BMBF], 2022). Bei allen weiteren Nennungen reicht dann (BMBF, 2022).

Herausgeber statt Autor: Wenn ein Werk einen Herausgeber statt eines Autors hat, gelten dieselben Schwellenwerte für “et al.”. Der Zusatz “Hrsg.” oder “(Ed.)” / “(Eds.)” steht hinter dem Namen.

Häufige Fehler

Der verbreitetste Fehler ist, “et al.” bereits ab zwei Autoren zu verwenden. In APA 7 darf das nicht vorkommen: Zwei Autoren werden immer beide genannt. Ein weiterer Fehler ist die fehlende Konsistenz im selben Dokument. Wenn eine Quelle mit drei Autoren an einer Stelle abgekürzt wird und an einer anderen ausgeschrieben, entsteht Verwirrung.

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Zusammenfassung

“Et al.” ist eine praktische Abkürzung mit klaren Regeln. In APA 7 gilt sie im Fließtext ab drei Autoren und im Verzeichnis erst ab 21. MLA kürzt schon im Verzeichnis ab drei Autoren ab. Chicago nennt bis zehn Autoren vollständig. Wer diese Grenzen kennt und auf Konsistenz achtet, vermeidet die häufigsten Fehler beim Zitieren von Gruppenwerken.

Häufige Fragen

Schreibt man 'et al.' mit einem Punkt am Ende oder ohne?

Immer mit einem Punkt: 'et al.' Das Wort 'al.' ist eine Abkürzung für 'alii' (lateinisch für 'andere'), daher der Punkt. Das 'et' (und) wird nicht abgekürzt und bekommt keinen Punkt. Steht 'et al.' am Satzende, reicht ein einziger Punkt für beides.

Wird 'et al.' kursiviert?

In APA 7 wird 'et al.' nicht kursiviert und gilt als feststehende Abkürzung. In manchen Stilhandbüchern und älteren Auflagen ist es kursiviert, weil es ein lateinischer Ausdruck ist. Im deutschen Wissenschaftsbetrieb hat sich die nicht kursivierte Schreibweise weitgehend durchgesetzt. Die Vorgaben des jeweils verlangten Stils gehen vor.

Was, wenn zwei verschiedene Werke durch 'et al.' im Kurzzitat gleich aussehen?

Wenn zwei Quellen denselben Erstautor haben, das gleiche Jahr und bei beiden 'et al.' erscheinen würde, muss man so viele Autorennamen ausschreiben, bis Eindeutigkeit besteht. APA 7 schreibt vor, in diesem Fall genug Namen zu nennen, damit die Quellen unterscheidbar werden, selbst wenn das mehr als den Erstautor erfordert.

Quellen

  • American Psychological Association (2020): Publication Manual of the American Psychological Association, 7th Edition, APA.
  • Modern Language Association (2021): MLA Handbook, 9th Edition, MLA.
Mateusz Viola

Über die Autorenschaft

Mateusz Viola

Betreiber und redaktionelle Verantwortung literaturverzeichnis-generator.de

Themengebiet: Mathematik, Kalenderrechnung, Schaltjahre, Statistik und ISO 8601

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