Grundlagen

DOI und ISSN: Was sind Identifikatoren und wozu braucht man sie beim Zitieren?

DOI, ISBN, ISSN und andere Identifikatoren machen Quellen dauerhaft auffindbar. Dieser Ratgeber erklärt, was die Kürzel bedeuten, wie man sie findet und wann sie im Literaturverzeichnis angegeben werden müssen.

Lesezeit 6 Min. Aktualisiert 27.05.2026 3 Quellen Mateusz Viola Mateusz Viola
Inhalt

DOI und ISSN: Was sind Identifikatoren und wozu braucht man sie beim Zitieren?

Wer Zeitschriftenartikel oder Bücher zitiert, begegnet früher oder später Abkürzungen wie DOI, ISBN oder ISSN. Diese Identifikatoren sind keine Kuriosität aus der Bibliothekswelt, sondern ein wichtiges Hilfsmittel: Sie machen Quellen dauerhaft auffindbar, auch wenn Verlage ihre Webseiten umstrukturieren oder Artikel in andere Datenbanken wandern.

Was ist ein DOI?

DOI steht für Digital Object Identifier, auf Deutsch digitaler Objektbezeichner. Es handelt sich um eine eindeutige alphanumerische Zeichenkette, die einer wissenschaftlichen Publikation dauerhaft zugeordnet ist. Ein DOI sieht zum Beispiel so aus:

10.1037/0003-066X.59.1.29

Die erste Zahl vor dem Schrägstrich identifiziert den Herausgeber oder die Organisation (hier die American Psychological Association). Der Rest ist eine fortlaufende Kennung innerhalb dieses Herausgebers.

Über das Präfix https://doi.org/ wird jeder DOI zu einem dauerhaften Link. Wenn ein Verlag seine Website ändert, ändert sich der DOI nicht. Das ist der entscheidende Vorteil gegenüber normalen URLs, die nach einiger Zeit häufig ins Leere führen.

Seit APA 7 (2020) wird der DOI grundsätzlich als vollständige Internetadresse angegeben: https://doi.org/10.1037/… Dies ist präziser und direkt klickbar.

Was ist eine ISSN?

ISSN steht für International Standard Serial Number. Sie identifiziert eine Zeitschrift oder eine andere fortlaufende Veröffentlichung als Ganzes, nicht einen einzelnen Artikel. Eine ISSN besteht aus acht Ziffern, aufgeteilt in zwei Vierergruppen: zum Beispiel 1234-5678.

Viele Zeitschriften haben zwei ISSN-Nummern: eine für die Druckausgabe und eine für die Online-Version. Bei der Angabe im Literaturverzeichnis ist in den meisten Stilen die ISSN nicht Pflicht. Sie erleichtert aber das Auffinden der Zeitschrift, insbesondere wenn der Titel sehr ähnlich klingt wie der einer anderen Zeitschrift.

Was ist eine ISBN?

ISBN steht für International Standard Book Number. Sie identifiziert eine bestimmte Ausgabe eines Buches eindeutig. Seit 2007 besteht die ISBN aus 13 Ziffern, ältere Ausgaben haben 10 Ziffern.

Die ISBN ist in den gängigen wissenschaftlichen Zitierstilen, APA, MLA, Chicago, nicht Teil des Pflichteintrags. Sie taucht im Literaturverzeichnis nicht auf, außer eine Hochschule oder ein Verlag schreibt sie ausdrücklich vor.

Praktisch ist die ISBN bei der Recherche: Wer über den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek oder Weltcat sucht, kann das gesuchte Buch per ISBN eindeutig identifizieren, ohne durch viele Ausgaben und Überarbeitungen suchen zu müssen.

Wo findet man diese Nummern?

DOIs stehen auf der Titelseite von Fachartikeln oder auf der Verlagswebseite direkt bei den Metadaten. Datenbanken wie PubMed, JSTOR, Web of Science und Google Scholar zeigen den DOI in der Trefferliste an.

Die ISSN einer Zeitschrift findet man auf der Verlagswebseite oder im Impressum gedruckter Ausgaben.

Die ISBN eines Buches steht im Impressum auf der Rückseite der Titelseite, außerdem auf dem Buchcover als Barcode. Online-Buchhändler zeigen die ISBN in den Produktdetails an.

DOI im Literaturverzeichnis angeben

Bei APA 7 ist der DOI bei Zeitschriftenartikeln Pflicht, wenn er vorhanden ist. Er ersetzt die URL und steht am Ende des Eintrags:

Autor, A. A. (Jahr). Titel des Artikels. Zeitschrift, Band(Heft), Seiten. https://doi.org/xxxxx

MLA 9 übernimmt den DOI ebenfalls und gibt ihn in spitzen Klammern als “DOI” an oder als URL-Form. Chicago verlangt den DOI seit der 17. Auflage ebenfalls bei elektronischen Quellen.

Warum dauerhafte Identifikatoren wichtig sind

URLs veralten. Verlage restrukturieren ihre Seiten, Artikel werden in neue Datenbanken übertragen, Domains wechseln den Besitzer. Eine URL, die beim Schreiben der Arbeit noch funktionierte, kann schon bei der Prüfung ins Leere führen.

Der DOI bleibt stabil. Die International DOI Foundation garantiert, dass jeder einmal registrierte DOI dauerhaft dem jeweiligen Objekt zugeordnet bleibt. Deshalb hat ein Beleg mit DOI langfristig höheren Wert als einer mit einer einfachen URL.

Identifikatoren im Generator nutzen

Wer den Generator für Literaturverzeichnisse verwendet, kann DOIs direkt im entsprechenden Feld eintragen. Der Generator formatiert den DOI automatisch als vollständige URL und setzt ihn an die richtige Stelle im Eintrag. Beim Stil APA 7 erscheint er als https://doi.org/…, bei MLA in der vorgeschriebenen Form. Das verhindert Formatierungsfehler, die beim manuellen Eintragen leicht entstehen.

Zusammenfassung

DOI, ISSN und ISBN haben unterschiedliche Aufgaben. Der DOI ist der wichtigste Identifikator im wissenschaftlichen Alltag, weil er einen einzelnen Artikel dauerhaft auffindbar macht. Die ISSN identifiziert Zeitschriften, die ISBN Bücher. Für das Literaturverzeichnis ist vor allem der DOI relevant: Er ist in APA 7, MLA 9 und Chicago 17 ausdrücklich verlangt, wenn er vorhanden ist.

Häufige Fragen

Was mache ich, wenn ein Artikel keinen DOI hat?

Viele ältere Artikel und manche Open-Access-Beiträge haben keinen DOI. In diesem Fall genügt die URL der Verlagsseite oder des Repositoriums. Bei APA 7 wird ein DOI dem URL immer vorgezogen, wenn beides vorhanden ist. Ohne DOI und ohne stabile URL sollte zumindest der Name der Datenbank oder Zeitschrift vollständig angegeben werden.

Muss ich die ISBN im Literaturverzeichnis angeben?

In den meisten Zitierstilen ist die ISBN bei Büchern nicht vorgeschrieben. APA und MLA verlangen sie nicht. Manche Hochschulen oder Verlage verlangen sie in internen Richtlinien. Im Zweifel gilt: Wenn die ISBN im Stil nicht verlangt wird, lässt man sie weg.

Woher bekomme ich den DOI eines Artikels?

Der DOI steht meistens direkt auf der ersten Seite des Artikels oder auf der Webseite des Verlags. Alternativ kann man ihn über Crossref (doi.org/search) anhand von Titel und Autor suchen. PubMed und Google Scholar zeigen DOIs ebenfalls an.

Quellen

  • International DOI Foundation (2022): DOI Handbook, Version 2.0.1. doi.org.
  • American Psychological Association (2020): Publication Manual of the APA, 7th Edition, APA.
  • Deutsche Nationalbibliothek (2023): ISSN und ISBN in Deutschland, Informationsbroschüre.
Mateusz Viola

Über die Autorenschaft

Mateusz Viola

Betreiber und redaktionelle Verantwortung literaturverzeichnis-generator.de

Themengebiet: Mathematik, Kalenderrechnung, Schaltjahre, Statistik und ISO 8601

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