Quellenarten
Bilder und Tabellen zitieren: Abbildungsnachweise korrekt anlegen
Wie Abbildungen, Fotos, Grafiken und Tabellen aus Fremdquellen in wissenschaftlichen Arbeiten korrekt nachgewiesen werden und was die gängigen Stile verlangen.
Inhalt
Bilder und Tabellen zitieren: Abbildungsnachweise korrekt anlegen
Wer in einer wissenschaftlichen Arbeit Abbildungen, Fotografien oder Tabellen aus fremden Quellen übernimmt, muss diese Übernahme genau wie ein Textzitat nachweisen. Fehlende oder unvollständige Bildnachweise gelten als Urheberrechtsverletzung und können bei der Bewertung erheblich schaden. Die gute Nachricht: Der Aufbau eines Abbildungsnachweises folgt einem klar definierten Muster.
Was gilt als zitierpflichtige Abbildung?
Zitierpflichtig ist alles, was nicht von der Verfasserin oder dem Verfasser der Arbeit selbst erstellt wurde. Dazu zählen:
- Fotografien und Illustrationen aus Büchern oder Zeitschriften
- Grafiken und Diagramme aus Fachartikeln oder Berichten
- Statistiken und Tabellen aus amtlichen Quellen oder Datenbanken
- Screenshots von Webseiten, Software oder Apps
- Karten und Pläne aus Atlanten oder Geodatensystemen
Auch nachgezeichnete oder leicht überarbeitete Abbildungen aus Fremdquellen müssen nachgewiesen werden. In diesem Fall ergänzt man den Vermerk nach oder adaptiert nach vor dem eigentlichen Nachweis.
Nachweis direkt unter der Abbildung
Unmittelbar unter jeder Abbildung steht eine Unterschrift. In APA ist sie nummeriert und fett:
Abbildung 1
Aussagekräftiger Titel der Abbildung. Aus: Nachname (Jahr), S. XX. Lizenz (falls angegeben).
In MLA oder Chicago ist die Form ähnlich, die Nummerierung variiert jedoch. Entscheidend ist, dass der Verweis eindeutig ist und direkt auf den vollständigen Eintrag im Literaturverzeichnis zeigt.
Vollständiger Eintrag im Literaturverzeichnis
Im Literaturverzeichnis oder im gesonderten Abbildungsverzeichnis steht die ausführliche Angabe. Für eine Abbildung aus einem Buch gilt nach APA:
Nachname, V. (Jahr). Titel des Buches. Verlag.
Die Abbildungsnummer aus dem Originalwerk und die genaue Seitenzahl werden in der Kurzkennzeichnung unter der Abbildung angegeben, nicht im Literaturverzeichnis selbst.
Für eine Abbildung von einer Webseite:
Nachname, V. (Jahr, Tag Monat). Titel der Abbildung oder des Artikels. Website-Name. URL
Falls kein Autor erkennbar ist, tritt der Name der Organisation an die erste Stelle. Das Zugriffsdatum ergänzt die Angabe.
Tabellen: eigene Regeln, gleiches Prinzip
Tabellen erhalten in APA eine eigene Nummerierung (Tabelle 1, Tabelle 2 usw.) und eine Überschrift, die über der Tabelle steht. Die Quellenangabe erscheint als Anmerkung unterhalb der Tabelle:
Anmerkung. Aus Nachname (Jahr), S. XX. Lizenz (falls zutreffend).
Übernommene Tabellen, die geringfügig bearbeitet wurden, erhalten den Zusatz Adaptiert nach oder Eigene Darstellung nach.
Creative Commons und offene Lizenzen
Immer mehr Abbildungen stehen unter Creative-Commons-Lizenzen. Die häufigste, CC BY 4.0, erlaubt die Nutzung und Bearbeitung, verlangt aber die Nennung von Autor, Titel, Lizenz und Quelle. Ein vollständiger Nachweis für ein CC-lizenziertes Bild könnte so aussehen:
Müller, K. (2023). Schematische Darstellung eines Brennstoffzellenfahrzeugs [Fotografie]. Wikimedia Commons. https://commons.wikimedia.org/wiki/… (CC BY 4.0)
Die Lizenzangabe ist keine optionale Ergänzung, sondern Bedingung der Lizenz.
Eigene Abbildungen und Datenquellen
Selbst erstellte Abbildungen benötigen keinen externen Nachweis. Sie werden als Eigene Darstellung oder, wenn sie auf Daten aus einer Fremdquelle basieren, als Eigene Darstellung auf Grundlage von Nachname (Jahr) gekennzeichnet.
Separate Abbildungs- und Tabellenverzeichnisse
Umfangreiche Arbeiten mit vielen Abbildungen führen ein gesondertes Abbildungsverzeichnis, das nach dem Inhaltsverzeichnis eingebunden wird. Es listet alle Abbildungen mit Nummer, Titel und Seitenzahl der Arbeit. Die vollständigen Quellangaben gehören dagegen ins Literaturverzeichnis oder in ein separates Quellenverzeichnis für Abbildungen.
Was bei digitalen Quellen zu beachten ist
Bilder aus dem Internet sind urheberrechtlich genauso geschützt wie gedruckte Abbildungen. Die Tatsache, dass ein Bild frei im Netz zugänglich ist, bedeutet nicht, dass es kostenlos genutzt werden darf. Für wissenschaftliche Arbeiten empfehlen sich Quellen mit klar definierten Lizenzen wie Wikimedia Commons, Unsplash (CC0) oder amtliche Datensätze von Statistikbehörden.
Checkliste vor der Abgabe
Vor der Abgabe lohnt sich eine systematische Kontrolle: Haben alle Abbildungen und Tabellen eine Unterschrift beziehungsweise Überschrift? Verweisen alle Unterschriften auf einen Eintrag im Verzeichnis? Sind Creative-Commons-Lizenzen korrekt angegeben? Fehlt keine einzige Seiten- oder URL-Angabe?
Diese Prüfung dauert meist nur wenige Minuten, kann aber erhebliche Punkte retten.
Häufige Fragen
Reicht eine Quellenangabe unter dem Bild, oder muss es auch ins Literaturverzeichnis?
Beides ist erforderlich. Unter dem Bild steht eine Kurzangabe mit Verweis auf die Quelle. Im Literaturverzeichnis oder in einem gesonderten Abbildungsverzeichnis erscheint der vollständige Eintrag. Nur die Kombination beider Stellen gilt als vollständiger Nachweis.
Was muss ich bei Creative-Commons-Lizenzen beachten?
Bei CC-lizenzierten Werken ist der Lizenztyp anzugeben, also etwa CC BY 4.0 oder CC BY-NC-SA 3.0. Außerdem müssen Autor, Titel und Quellenlink so stehen, wie es die Lizenzbedingungen fordern. Im Zweifel ist die genaue Formulierung auf der Seite Creative Commons nachzuschlagen.
Quellen
- American Psychological Association (2020): Publication Manual of the American Psychological Association, 7th edition, APA.
- Kornmeier, Martin (2021): Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht, 9. Auflage, UTB.
Über die Autorenschaft
Jan-Tristan Rudat
Redakteur literaturverzeichnis-generator.de
Themengebiet: Generationen, Kulturgeschichte, Sternzeichen, Pop-Phänomene rund ums Alter
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