Zitierstile
APA vs. MLA: Welcher Zitierstil passt zu meiner Arbeit?
APA und MLA sind die beiden wichtigsten Zitierstile im deutschsprachigen und internationalen Studium. Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede klar und praxisnah.
Inhalt
APA vs. MLA: Welcher Zitierstil passt zu meiner Arbeit?
Wer eine Hausarbeit, Bachelorarbeit oder Seminararbeit schreibt, steht früh vor der Frage: APA oder MLA? Beide Stile sind weltweit verbreitet, folgen aber grundlegend verschiedenen Logiken. Die Wahl hängt vom Fachbereich ab, manchmal auch vom persönlichen Vorgabe des Lehrstuhls. Dieser Ratgeber zeigt, was die beiden Systeme unterscheidet und wie man sie richtig anwendet.
Herkunft und Anwendungsbereich
APA steht für die American Psychological Association. Der Stil wurde ursprünglich für Fachzeitschriften der Psychologie entwickelt und hat sich dann auf die Sozialwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Teile der Medizin ausgebreitet. Das Grundprinzip: Das Erscheinungsjahr steht früh in der Angabe, weil aktuelle Forschung in diesen Disziplinen besonders wichtig ist.
MLA steht für die Modern Language Association. Dieser Stil entstand für die Literaturwissenschaft und die Geisteswissenschaften allgemein. Hier ist nicht das Jahr entscheidend, sondern die genaue Textstelle. Deshalb rückt bei MLA die Seitenangabe in den Vordergrund.
Aufbau der Kurzbelege im Text
Der deutlichste Unterschied zeigt sich beim Zitieren im Fließtext.
Bei APA wird nach jedem Zitat oder jeder Paraphrase eine Klammer mit Nachnamen des Autors, Erscheinungsjahr und Seitenzahl gesetzt:
(Müller, 2019, S. 34)
Das Jahr ist immer Pflicht. Fehlt es, ist der Eintrag im APA-Stil unvollständig.
Bei MLA steht nur der Nachname und die Seitenangabe in der Klammer, kein Komma dazwischen:
(Müller 34)
Das Jahr fehlt hier bewusst. Es erscheint erst im Literaturverzeichnis am Ende der Arbeit.
Aufbau des Literaturverzeichnisses
Bei APA heißt das abschließende Quellenverzeichnis “Literaturverzeichnis” oder auf Englisch “References”. Bücher werden so aufgebaut: Nachname, Initiale. (Jahr). Titel des Werks. Verlag.
Bei MLA heißt die Liste “Works Cited”. Das Format sieht anders aus: Nachname, Vorname. Titel des Werks. Verlag, Jahr.
Der entscheidende Unterschied: Bei APA steht das Erscheinungsjahr direkt hinter dem Autorennamen in Klammern. Bei MLA steht es ganz am Ende des Eintrags. Das spiegelt die unterschiedliche Gewichtung wider, die jeder Stil auf die zeitliche Aktualität legt.
Titelformatierung: Groß oder kursiv?
Ein weiterer Unterschied betrifft die Schreibweise von Titeln.
In APA werden Buchtitel und Zeitschriftentitel kursiv gesetzt. Artikeltitel innerhalb von Zeitschriften erhalten keine besondere Hervorhebung und werden in Satzschreibung geschrieben: nur das erste Wort und Eigennamen werden großgeschrieben.
In MLA werden Buchtitel und Zeitschriftentitel ebenfalls kursiv gesetzt. Artikeltitel stehen jedoch in Anführungszeichen, und es wird Titelschreibung verwendet: alle wichtigen Wörter werden großgeschrieben.
Wer englischsprachige Quellen zitiert, muss diese Regeln besonders sorgfältig beachten.
Mehrere Autoren
Bei APA werden bis zu zwei Autoren mit einem kaufmännischen Und (&) verknüpft. Ab drei Autoren wird beim ersten Auftreten im Text alle Autoren genannt, danach verkürzt auf den Ersten mit dem Zusatz “et al.”
Bei MLA werden bis zu zwei Autoren immer vollständig genannt. Ab drei Autoren wird nur der erste Autor angegeben, gefolgt von “et al.”
In neueren Auflagen haben sich beide Stile in dieser Hinsicht etwas angenähert, aber die Details weichen noch ab.
Internetquellen
Internetquellen sind in beiden Stilen möglich, verlangen jedoch unterschiedliche Informationen. Bei APA ist das Datum des letzten Abrufs optional, wenn die Seite archiviert oder dauerhaft stabil ist. Bei MLA gehört das Abrufdatum hingegen verpflichtend an das Ende jedes Webeintrags.
Den richtigen Stil wählen
Die praktische Faustregel:
- Psychologie, Sozialwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Naturwissenschaften: APA
- Literaturwissenschaft, Germanistik, Philosophie, Geschichte, Kunstwissenschaft: MLA
- Rechtswissenschaften: eigene Systeme, oft Bluebook oder jurafachspezifische Vorgaben
- BWL und VWL: je nach Hochschule APA, Harvard oder ein eigenes Schema
Im Zweifel gilt: Die Vorgaben der Lehrveranstaltung oder des Prüfungsamts sind maßgeblich. Kein Stil ist besser oder schlechter als der andere, entscheidend ist die konsequente Anwendung.
Automatisiert zitieren
Wer nicht jedes Mal die Handbücher wälzen möchte, kann den Generator nutzen. Nach Eingabe aller Quellenangaben wird der fertige Eintrag wahlweise in APA oder MLA ausgegeben, inklusive korrekter Kursivschreibung, Interpunktion und Sortierung. Das spart Zeit und schließt Flüchtigkeitsfehler aus, die bei manueller Eingabe unvermeidlich sind.
Häufige Fragen
Welcher Zitierstil ist in Deutschland am weitesten verbreitet?
APA dominiert die Sozial- und Naturwissenschaften sowie die Psychologie. MLA wird vor allem in der Literaturwissenschaft, Germanistik und den Geisteswissenschaften eingesetzt. Welcher Stil verlangt wird, legt der jeweilige Lehrstuhl oder das Prüfungsamt fest.
Kann ich APA und MLA in derselben Arbeit mischen?
Nein. Innerhalb einer Arbeit muss konsequent ein einziger Zitierstil durchgehalten werden. Mischen führt zu Inkonsistenzen, die Gutachter sofort bemerken und negativ bewerten.
Wie zitiere ich im Text bei APA im Vergleich zu MLA?
APA verwendet Autor-Jahr-Klammern wie (Schmidt, 2021, S. 45). MLA setzt stattdessen Autor und Seitenangabe ohne Komma: (Schmidt 45). Das Jahr erscheint bei MLA nur im Literaturverzeichnis.
Quellen
- American Psychological Association (2020): Publication Manual of the APA, 7th Edition, APA.
- Modern Language Association (2021): MLA Handbook, 9th Edition, MLA.
- Karmasin, Matthias / Ribing, Rainer (2022): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten, 11. Auflage, UTB.
Über die Autorenschaft
Mateusz Viola
Betreiber und redaktionelle Verantwortung literaturverzeichnis-generator.de
Themengebiet: Mathematik, Kalenderrechnung, Schaltjahre, Statistik und ISO 8601
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